Arschri

Die Geschichte

Wie alles begann.

Seit knapp zwanzig Jahren fotografiere ich die zunehmend entblößten Arschritzen in unserer Umgebung. In meiner Jugend hat es sie kaum zu sehen gegeben und wenn, dann nur bei Frauen und nur von Stringtangas verdeckt. Heute sehe ich mindestens eine am Tag. (Naja, jetzt im Winter und unter dem Lockdown natürlich nicht. Aber sonst so. Im Sommer)

Nach meiner ersten Ausstellung 2014 im Artliners ist mir zu Ohren gekommen, es sei menschenverachtend, was ich da mache. Dabei stelle ich die Menschen nicht bloß. Ich stelle einfach nur dar.

Alle wollen sparen. Sparen, sparen, sparen – auch in der Textilindustrie natürlich. Dann sagt der Oberchef zum Ober-Designer: „Spar mal zwei Zentimeter am Bund, Hose und Shirt, das ist völlig egal." Das kriegen wir als Verbraucher gar nicht mit, das ist ja der neuste Trend. Bei zwei Millionen Hosen hat der Konzern dann bestimmt etliche Kilometer an Stoff gespart. Und dies zusätzlich zu den miserablen Löhnen und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Oder warum ist denn der Bund einer neuen Zimmermanns- oder Arbeitshose nun eindeutig niedriger als früher? Einer Hosenart, die über jede Art von Modediktatur erhaben sein sollte. Kein Handwerker mag es wollen, dass ihm beim Arbeiten der Dreck oder der Regen in die Ritze fliegt, oder!?

Textauszüge aus einem Gespräch mit Constanze Nauhaus, 2014

Unser Grundproblem...

...beginnt mit unserem eigenen Arsch

Denn nahezu alle von mir fotografierten Menschen würden sich bestimmt nicht absichtlich so „freizügig“ zeigen. Ist unsere Gesellschaft schon so abgestumpft, so bombardiert mit Facebook, Social Media und sonstigen Informationen, dass wir unseren eigenen Arsch nicht mehr spüren? Eine Frage deren Beantwortung bestimmt etliche Tage und Nächte voller Spielrunden dauern könnte...

Manifest

Was ich so will

Ich will Dinge, Orte und Begegnungen erschaffen bei und mit denen Menschen eine Auszeit für und mit sich erleben können — mit möglichst breitgefächerter Herkunft, Sprache, Alter und Geschlecht. Dinge, Orte und Begegnungen an denen unsere engsten Freunde sich wieder unbeschwert zu uns gesellen können: das Staunen, Lachen, die Neugierde, der eigene Wissens- und Überraschungsdurst.

Ich will eine kleine Entführung vom Alltagsstress, den Hausaufgaben, den Sorgen und dem kaputten Auto. Weg von der Steuererklärung und der langen „Zu erledigen“-Liste. Damit unsere hektische Zeit einfach mal anders tickt und wir endlich wieder Zeit für uns selbst finden können. Genau ditte will ich!



Ausstellungsräume gesucht

Sehr gerne würde ich wieder eine kleine Foto-Ausstellung meiner Sammlung machen. Sende mir Tipps & Vorschläge zu wo sie stattfinden könnte – ick freu mir!

Die erste (und bisher einzige) Arschritzen-Ausstellung, Artliners, 2014



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