Arschri

Die Geschichte

Wie alles begann.

Seit knapp zwanzig Jahren fotografiere ich die zunehmend entblößten Arschritzen in unserer Umgebung. In meiner Jugend hat es sie kaum zu sehen gegeben und wenn, dann nur bei Frauen und nur von Stringtangas verdeckt. Heute sehe ich mindestens eine am Tag. (Naja, jetzt im Winter und unter dem Lockdown natürlich nicht. Aber sonst so. Im Sommer)

Nach meiner ersten Ausstellung 2014 im Artliners ist mir zu Ohren gekommen, es sei menschenverachtend, was ich da mache. Dabei stelle ich die Menschen nicht bloß. Ich stelle einfach nur dar.

Alle wollen sparen. Sparen, sparen, sparen – auch in der Textilindustrie natürlich. Dann sagt der Oberchef zum Ober-Designer: „Spar mal zwei Zentimeter am Bund, Hose und Shirt, das ist völlig egal." Das kriegen wir als Verbraucher gar nicht mit, das ist ja der neuste Trend. Bei zwei Millionen Hosen hat der Konzern dann bestimmt etliche Kilometer an Stoff gespart. Und dies zusätzlich zu den miserablen Löhnen und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Oder warum ist denn der Bund einer neuen Zimmermanns- oder Arbeitshose nun eindeutig niedriger als früher? Einer Hosenart, die über jede Art von Modediktatur erhaben sein sollte. Kein Handwerker mag es wollen, dass ihm beim Arbeiten der Dreck oder der Regen in die Ritze fliegt, oder!?

Unser Grundproblem...

...beginnt mit unserem eigenen Arsch

Denn nahezu alle von mir fotografierten Menschen würden sich bestimmt nicht absichtlich so „freizügig“ zeigen. Ist unsere Gesellschaft schon so abgestumpft, so bombardiert mit Facebook, Social Media und sonstigen Informationen, dass wir unseren eigenen Arsch nicht mehr spüren? Eine Frage deren Beantwortung bestimmt etliche Tage und Nächte voller Spielrunden dauern könnte...

Jolanda

Wer isn dite?

Jolanda Roskosch, Jahrgang 1975, verbrachte ihre Kindheit in einem kleinen Dörfchen in Oberschlesien. Entwicklungstechnisch ca. 1927. Mit pubertären 14 Jahren wurde sie unwillig als Aussiedlerin nach Baden-Baden katapultiert, wo sie ihre deutsche Sprache und ihr Abitur ergattern konnte. Des kann aba net alles im Lebbe sein, hat sie sich da gedenkt, weisch.

1996 ist sie voller Energie (und zwei Koffern) in Berlin angekommen. Einer Stadt die sie nur ein einziges mal zuvor besucht hat und ihr auch sofort ihre große Liebe zu Füßen gelegt hat. Hier hat sie endlich ihr richtiges Zuhause gefunden und fuchtelt seitdem so vor sich hin. Hauptberuflich grafikt sie sich seit dreizehn Jahren bei der (Ex)ZITTY & dem tipBerlin durch.

Nebenher macht sie allerhand anderes Zeugs. Sie ist stolze Mutter einer wunderschönen und superschlauen erwachsenen Tochter, ist durch und durch Friedrichshainerin und die U5 ist ihre Lieblings-U-Bahn. Sie ist auch in Kunst über beide Ohren verknallt und will mit Kunst Menschen von ihrem Alltagsstress entführen. Nix in digital — so richtig hautnah und analog!



Ausstellungsräume gesucht

Sehr gerne würde ich wieder eine kleine Foto-Ausstellung meiner Sammlung machen. Sende mir Tipps & Vorschläge zu wo sie stattfinden könnte – ick freu mir!

Die erste (und bisher einzige) Arschritzen-Ausstellung, Artliners, 2014



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